Wir sind wieder am Ausgangspunkt in Belhaven, NC angekommen. Am 20.11.2025 sind wir hier losgefahren und am 25.04.2026 wieder angekommen, gut 5 Monate unterwegs. Jetzt noch ein paar Wochen am Schiff arbeiten und dann nach Hause ✈️😀.

Die Saison 25/26 ⛵⚓

Aber kurz ein Blick auf die letzte Etappe:

Von Charleston sind wir nach dem wilden Ritt in der Marina bei schönstem Wetter los zum ICW.

Charleston Im Heckwasser

Die Strecke ICW bis Wrightsville kennen wir schon, sie ist sehr schön und abwechslungsreich.

Das beginnt schon direkt am Anfang des Kanals. Dort ist eine mächtige Drehbrücke die nur zur vollen Stunde öffnet. Wir hatten das nicht so genau auf dem Schirm und sind etwas knapp von Charleston los. Ein Funkruf zur Brücke und die Brückenwärterin teilt uns mit, dass sie für uns die Brücke pünktlich zur vollen Stunde öffnet. Also Vollgas und wir kommen noch knapp rechtzeitig an und durch.

Die erste Brücke dieser Tour

Danach wird es erstmal gemütlich. Wir gondeln mit 4 – 5 Knoten dahin, das Wetter ist herrlich. Abends suchen wir uns in einem Seitenarm ein ruhiges Ankerplätzchen, das später noch von einem anderen Segler zur Pause genutzt wird.

Der nächste Stopp ist in Georgetown. Ein kleines Örtchen mit ein paar Restaurants und guten Stegen für Dinghys. Die olle Papierfabrik ist geschlossen und wird demontiert. Der Dreck der Jahrzehnte Abwässer bleibt im Grund des Gewässers. Es ist übel schlammig hier. Aber den Alligatoren scheint es nix auszumachen. Hier gibt es ein paar und es wird vor ihnen eindringlich gewarnt. Auch in den Kanälen leben etliche in friedlicher Koexistenz mit den Delfinen. Baden ist also nicht angesagt, es ist uns auch zu dreckig.

Früh am Morgen, es zieht uns weiter ⛵

Ab hier beginnt der schönste Teil des ICW. Es ist eine Fahrt wie durch eine verwunschene Parklandschaft.

Der Waccamaw River
Unser nächster Stopp, mitten im Nirgendwo

Mitten im Naturpark gibt es eine kleine Marina mit Restaurant und Tankstelle. Der Sprit ist günstig, wir halten an und ankern nach dem Tanken direkt gegenüber. Wir hatten gehört es gäbe gut und reichlich zu essen. Nun ja, nicht jedes Gerücht trifft zu, aber reichlich war es schon. Zum Ausgleich durften wir das Entertainment Programm genießen: BINGO ! Es gab die Variante Musik-Rätsel und Zahlen. Erstaunlich welchen Zuspruch sowas bekommt…

ICE Man

Wer kennt noch Mal Sondock? Diskothek im WDR!😀

Mal Sondock im WDR

Manchmal gibt es merkwürdige Assoziationen. . .

ICE-Man kam mit einer jungen Dame, seiner Assistentin. Sie schleppte die komplette Ausrüstung, baute alles auf und ICE-Man nahm Platz und die show began.

Bingo !

Alle hatten Spaß und waren begeistert dabei. Wir haben uns wieder auf’s Boot begeben und leise Musik gehört. Da sind wir noch zu jung dafür.😂

Am nächsten Morgen sind wir dann früh los und über die unberührten Wasserflächen leise dahin getuckert.

Waccaramaw River

Ein paar Schildkröten genießen die warmen Sonnenstrahlen

Sonne tut gut

Auch wir genießen die Sonne bei langsamer Fahrt.

So kann man es aushalten 🍀😀

Und schon steht die nächste Drehbrücke an. Diesmal öffnet die Brücke auf Zuruf. Das klappt super! Wir funken die Brückenwärterin an und sie sagt, wir sollen das Tempo halten. Sie macht für uns pünktlich offen. Klappt alles perfekt 😃

Zufahrt zur letzten Drehbrücke (im Zeitraffer)

Nach dieser Brücke suchen wir uns wieder ein ruhiges Plätzchen und planen den nächsten Tag. Es ist die letzte Etappe ICW mit dem Inlet bei Wilmington. Dazu haben wir gemischte Gefühle und Erinnerungen. Kommt man dort zum falschen Zeitpunkt an und die Strömung geht raus, dann hat man 3 kn Gegenstrom und bei dem häufigen Verkehr mit großem Containerschiffen ist das keine rechte Freude. Also schauen wir in der Karte und versuchen nicht vor 15:00 dort anzukommen. Dann kippt die Strömung und das Wasser läuft in unsere Richtung. Klappt perfekt, im Bummeln sind wir Meister und so können wir mit der Strömung diesen Teil der Strecke flott durcheilen.

Wilmington mal ohne Stress 😬

Carolina Beach ist unser Anker-Stopp. Das wurde uns von der Taimada empfohlen. Wir finden es auch klasse, besonders weil es sehr ruhig und ohne Strömung ist. Der Zugang zum Atlantik-Strand ist frei. Aber nach den Bahamas . . . 🏝️

Collage aus Bojen
Atlantik
Man beachte den Gerüstbau 🙈

Wir hängen zwei Tage ab bis der Wind und die Wellen im Atlantik angenehm für den Sprung nach Beaufort sind. Unsere Überfahrt nach Beaufort ist der letzte Abschnitt auf dem Atlantik. Das wollen wir entspannt angehen. Es ist herrlich und wir können sogar den Spinnaker fahren.

Der Start wird etwas ungewohnt. Es ist Wochenende und wer ein Boot zum Angeln hat fährt raus aufs Meer. Die Dämmerung macht die Orientierung nicht einfach. Es ist wie auf der Autobahn. Zum vollständigen Glück paddelte ein Surfer im schwarzen Neopren  noch quer über den Kanal zum Atlantik um am anderen Ende auf den Surfstrand zu kommen. Nee watt nen Stress!!!

Wie auf der Autobahn um halb Fünf 😉
Früh morgens bei Sonnenaufgang sind wir schon unterwegs

Die Überfahrt ist sehr ruhig. Aber Anfangs höre ich immer ein Knallen und Rumsen. Ich dachte mir: gut, es ist Wochenende und der gute Amerikaner übt das Schießen. Aber auch mit etwas Abstand vom Land wurde es nicht besser. Dann meinte Cherie, es kommt von unten aus dem Wasser 🙈. Haben wir uns einen Krabbenkorb eingefangen der gegen den Rumpf schlägt???

Also ab ins Wasser und Nachschauen.

Das ist natürlich irgendwie immer mit Nervenkitzel verbunden. Aber 20⁰ C sind schon mal nicht so schlimm. Und das Wasser ist kristallklar. Also Messer bereit, Neopren und Tauchermaske an und ab ins Wasser. Da ist aber nix. Alles sieht gut aus. Lediglich Algen am Rumpf, aber nix was gegen den Rumpf schlägt. 

Scary, im Atlantik 🤿

Da ist nix. Und nun? Ich schau mal im Motorraum nach und da scheint tatsächlich das Rumsen her zu kommen. Aber warum????

Die Lösung kommt dann doch recht simpel daher:

Zum Ankern klemme ich meist das Ruder damit es bei ‘Rückwärtsgas’ nicht umschlägt. Das hatte ich am Morgen bei der Abfahrt nicht gelöst. 🙈 Der Autopilot hat mit seiner Hydraulik also immer kräftig gegen die Reibung angekämpft. Knauf am Steuerrad gelöst und Ruhe ist. 😀😀😀

Nix passiert, aber da sieht man mal, was es für doofe Fehler gibt.

Der Rest der Fahrt war dann entspannt und ruhig. Nochmal etwas Spinnaker gefahren und Wasser gemacht. Dann den Wassermacher ausgiebig gespült und jetzt wartet er auf den Herbst.

Angekommen in Beaufort. 👍🍻

Es stehen ab hier keine besonderen Herausforderungen mehr an. Wir lassen es uns also ein paar Tage gut gehen.

Wilkommens-Pizza im ‘Black sheep’
Sonnenuntergang in Beaufort

So, jetzt noch das schlechte Wetter abwarten und dann über Oriental nach Belhaven. Davon etwas später, mein Daumen schwächelt😀

Liebe Grüße

Uli


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