Ja, wir waren jetzt schon viele Male in Charleston. Mal kurz als Zwischenstopp, mal länger wie diesmal.
Im April 2022 waren wir zusammen mit unserem Freund Kees ein paar Tage hier. Das war kurz nach Covid und die Depression war überall zu spüren. Das ist jetzt anders!
Wir sind Ostersamstag angekommen und haben in der Marina “Maritime Center” einen Liegeplatz bekommen. Für die kommende Woche ist sehr starker Wind aus Nord angesagt. Also Zeit zum Pausieren. Hier gibt es eine schöne Regel: Zahle 5 und bleibe 7 Nächte🍀 Es wird dann sogar 7 für 4 😀👍
Zeit genug um die schlappen Seglerbeine durch Spaziergänge zu stärken. Also los, es ist Ostersonntag und tolles Wetter.



Wir schluren (Seglerbeine) vom Park zur City. An einem Grundstück begrüßen (?) uns lautstark zwei große Hunde. Das ruft die Besitzerin auf den Plan und statt Palaver ergibt sich ein freundliches Gespräch. Abschließend fragt sie, ob wir noch was über Charleston lernen wollen? Klaro!
Sie erklärt uns, dass die ursprünglich gebauten Häuser ja keine Klimaanlage hatten. Gab’s ja noch nicht. Damit man es im Sommer aushalten konnte, wurden die Häuser dicht an dicht gebaut. Zum Süden wenig Fenster, zum Norden gerne überdachte große Terrassen mit Vorhängen. Dort hat man im Sommer geschlafen und durch das Nachbarhaus Schatten und Luftzug gehabt. Die nächste Straße links und dann könnten wir noch typische Häuser sehen. Das ist mal eine Ansage:






Wir waren verwundert. Normalerweise ist hier ein sehr relaxter sportiver Dresscode angesagt. Aber heute sehen wir viele hübsche Kleider und Männer im Anzug. Sehr elegant, wenn es passt.


Feuerwache

Spazieren macht hungrig! Ja wir probieren gerne die amerikanische Küche. Zur Mittagszeit gibt es oft gute und günstige Angebote. Hier bei Shuck haben wir Thunfisch mit Mango und Kokosreis und ein tolles Lachsfilet mit Reis und Gurkensalat genossen. Lecker.

Nach der Stärkung sind wir weiter durch die historische Altstadt. Und da steht ein Schild: American Garden. Gehen wir mal rein!






Das war dann mal erst unser Ostermarsch. Montag stand dann das Einkaufen und Waschen an. Es gibt hier nämlich eine kostenlos zu nutzende Waschmaschine und Trockner!



Carmella’s Cafe and Dessert Bar, unser Café für besondere Anlässe. Diesmal ist es ein Kuchen mit Schokolade und Erdnüssen.

Ja, und dann kam Mittwoch der Starkwind. Direkt auf die Marina-Einfahrt und auf die Baradal🙈
Jeff, der Marinachef, klopfte noch morgens ans Boot und meinte, er hätte einen Kugelfender gefunden und uns den noch ans Boot dran gemacht. Welch eine Fürsorge! Das war echt hilfreich. Wir hatten ja schon alle (!) Fender angebracht, aber so sind wir noch einmal deutlich besser gesichert gewesen. Es war wirklich krass. Aber nix passiert, außer dass wir sehr durchgeschaukelt wurden und zwei Tage an Land noch leicht schwindelig herum tapsten 😀.
So, man erfährt ja auch immer wieder faszinierend oder erschreckend Neues aus der Welt. Nee, nicht unser Chef in DC, sondern das große Haus hier am Ufer.

Warum wohnt da keiner mehr. Immobilienspekulation???
Erinnert sich noch jemand? Vor ein paar Jahren ist in Miami ein Hochhaus kollabiert. Viele Tote und großes Rätsel “weshalb fällt ein Haus in sich zusammen?” Es war die Statik! In den 70er ist dieser Wohnblock falsch berechnet worden mit dem Ergebnis, dass die Böden völlig überlastet waren und das Hochhaus in sich zusammen gefallen ist.
Man hat dann festgestellt, dass auch das Wohnhaus hier am Ufer genauso gerechnet und gebaut war. 🙈
Das komplette Haus wurde deshalb innerhalb weniger Stunden total geräumt. Viele Bewohner waren Rentner und standen vor dem Nichts. Sie durften ja nicht einmal ihre Möbel rausholen.
Jetzt ist die große Frage: wer zahlt den Schaden und wie baut man das Gebäude gefahrlos zurück??? Viel Platz ist nicht darum und die kleineren Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft wurden auch geräumt…
So ist das Rätsel um dieses Gebäude jetzt auch gelöst.
Direkt neben den Hochhaus ist das African American Museum.

Charleston war DER Handelsplatz für Sklaven. Überall in der Stadt wird darauf verwiesen. Die Spuren sind noch sichtbar in den Gebäuden (Auktionen) und Plätzen.
Das Museum ist noch sehr neu. Diesmal nutzen wir die Zeit und besuchen es.
Es ist völlig anders als von uns erwartet. Es geht auch um die schlimme Situation der Sklaverei. Aber vornehmlich würde ich es als “Empowerment” ansehen. Es wird ausführlich gezeigt wie Schwarze ihren Beitrag zum heutigen Staat leisten und ihre Würde steht über Allem. Sehr beeindruckend.

So, Samstag geht es weiter. Das Wetter ist schön, wenn auch kühl. Wir haben weiter Nordwind und fahren deshalb jetzt den ICW bis Georgetown und dann Wilmington. Sprit ist sehr teuer geworden, 6 $/gal 🙈.
Die Weltnachrichten sind ja verstörend, wir versuchen uns dadurch möglichst wenig beeinflussen zu lassen.
Gehabt euch wohl.
Uli
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